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Wenn der Pass öffnet, beginnt Nubra Von Sidonie Morel Leh im Morgengrauen, wenn Motoren wie Gebetsmühlen klingen Kaltes Metall, wärmende Hände und der erste Schluck vor dem Aufstieg In Leh beginnt der Morgen an den Rändern: ein Türverschluss, ein Kesseldeckel, ein Hund, der den Kopf hebt und entscheidet, ob der Tag ein Bellen wert ist. Im Winter fühlt es sich schärfer an, im Sommer dünner, aber so oder so kommt das erste Licht leise, verwandelt den Staub in der Luft in etwas Sichtbares. Ein Fahrer prüft ohne Zeremonie die Reifen, die Handfläche auf dem Gummi, als würde er Temperatur lesen. Ein zweites Auto läuft ein paar Meter weiter im Standgas. […]
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Eine Straße zwischen Atem und Blau Von Sidonie Morel Leh, bevor der Motor startet Morgendliches Metall und die ersten praktischen Entscheidungen In Leh ist der Aufbruch selten dramatisch. Meist ist er eine kleine Abfolge von Kontrollen, ausgeführt in einem kalten Innenhof: der Kofferraum wird angehoben, das Reserverad kurz geprüft, eine Wasserflasche in der Hand gewogen, als wüsste der Körper schon, dass er sie brauchen wird. Das Auto ist oft ein weißes Taxi oder ein Innova, der diese Strecke schon zu oft gefahren ist, um so zu tun, als wäre sie neu. Der Fahrer bewegt sich leise, ohne Zeremonie. Deine Tasche wird so verstaut, dass sie auf gebrochenem Asphalt nicht verrutscht. […]
India Ladakh Trekking
Das Plateau, das dich lehrt zuzuhören Von Sidonie Morel Leh, wo der Körper für dünne Luft probt Ein langsames Ankommen in der Höhe In Leh können sich die einfachsten Erledigungen wie eine kleine Verhandlung anfühlen. Du überquerst einen Hof, steigst ein paar Stufen hinauf und merkst, dass du ohne Absicht den Atem der Geschwindigkeit vorziehst. Die Menschen kommen mit ordentlichen Plänen und festen Meinungen über Routen hierher; die ersten Tage schleifen diese Kanten zuverlässig ab. Die Luft ist trocken genug, dass sich bis zum Abend eine feine Kruste an der Innenseite der Nase bildet. Morgens schmeckt das Wasser im Glas schwach nach Mineralien, als wäre es zusammen mit Steinen gelagert […]
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Der Tag, an dem der Fluss unsere Namen mitnahm Von Sidonie Morel Leh, bevor das Wasser kommt Trockene Luft, langsame Atemzüge und die erste stille Regel: akklimatisieren oder zahlen Leh bringt dir seine Bedingungen bei, ohne die Stimme zu heben. Am ersten Morgen kommt das Licht klar und hart, als wäre es durch Stein gefiltert. Die Luft fühlt sich dünn an, nicht auf dramatische, sondern auf praktische Weise: Du stehst auf, um einen Pullover überzuziehen, und bemerkst die kleine Pause, um die deine Lungen bitten. In den Straßen nahe dem Markt fädeln sich Motorroller durch Staub; Ladenbesitzer heben ihre Rollläden; irgendwo hinter einer niedrigen Mauer beginnt ein Wasserkessel seinen Tag. […]
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Wenn die Nacht zu einem Ort wird, den man betreten kann Von Sidonie Morel Leh nach Einbruch der Dunkelheit Straßenlampen-Halos und der erste kleine Verlust In Leh beginnt der Abend mit ganz gewöhnlichen Verhandlungen: ein halb heruntergelassener Ladenrolladen, ein Motorroller, der in der Kälte hustet, der letzte Apfelverkäufer, der angeschlagenes Obst in einen Sack packt, der über Nacht nicht weicher werden wird. Das Licht kippt hier schnell, nicht dramatisch, sondern mit einer praktischen Hast, als hätte der Tag noch andere Termine. Von der Hauptstraße aus siehst du immer noch die Kontur der Berge – dunkle, matte Hänge, die ihre Form behalten, lange nachdem die Einzelheiten verschwunden sind. Darüber erscheinen die […]
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Wenn das Tal sich weigert zu performen Von Sidonie Morel Ein Flug in dünnes Licht Leh, im Tempo des Körpers Im Winter empfängt dich Leh ohne Zeremonie. Der Flughafen ist effizient, die Straße in die Stadt ist ein Streifen Asphalt, der durch blasses Gelände geschnitten ist, und die ersten Fakten kommen an, bevor irgendeine Romantik kann: Höhe, Trockenheit, Kälte. Eine Autotür fällt mit einem kurzen, harten Geräusch ins Schloss. Atem zeigt sich sofort als etwas, das man sehen kann. In der Hotellobby hat die Heizung diesen schwachen Geruch von heißem Staub, und der Teppich fühlt sich nach dem Körnigen draußen zu weich an. Akklimatisierung ist hier kein Vorschlag; sie ist […]
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Wo Winterfußspuren keine Spuren hinterlassen Von Sidonie Morel Ankunft in Leh, wenn die Luft wie neu geschärft wirkt Der erste Atemzug in der Höhe Die Flughafentüren öffnen sich zu einer Kälte, die dich nicht hetzt, aber Bedingungen setzt. In den ersten Minuten bemerkst du, wie schnell Feuchtigkeit den Mund verlässt. Ein Satz fühlt sich länger an. Innen sticht die Nase. In Leh im Januar verlangen selbst die einfachsten Handgriffe – eine Tasche hochziehen, eine kleine Eisstelle beim Taxistand überqueren – einen Bruchteil mehr Aufmerksamkeit als anderswo. Auf der Fahrt in die Stadt sind die üblichen Ablenkungen gedämpft: weniger Hupen in Spiralen, weniger Gruppen von Motorrädern, weniger schnelle Umwege. Die Straße […]
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Wenn Aprikosenbäume das Tal öffnen Von Sidonie Morel Die erste Farbe, die sich nicht ankündigt Blüte vor Gewissheit Aprikosenblüten in Ladakh kommen nicht mit einem klaren Anfang. Es gibt keinen Moment, in dem das Tal erklärt, dass der Frühling begonnen hat. Stattdessen verändert sich ein Zweig. Dann ein weiterer. Blasse Blüten erscheinen still entlang von Steinmauern und Bewässerungskanälen, nahe bei Häusern, in denen die Winterroutinen noch nicht vollständig weggeräumt sind. Die Morgen sind noch trocken und scharf. Der Boden hält noch den Staub der letzten Saison. Und doch hat sich etwas verschoben. Diese Bäume sind nicht dekorativ. Sie stehen dort, wo sie immer gestanden haben – nahe bei Küchen, nahe […]
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In Drass bleibt der Winter auf dem Hang Von Sidonie Morel Die Stadt, die Zeit in Schnee misst Morgen auf der Kargil-Straße Drass liegt an der Straße Srinagar–Leh, jener langen Naht, die Kaschmir mit Ladakh verbindet. Im Sommer ist es ein Ort, den man mit geöffneten Fenstern durchquert und dabei so viele Aprikosenbäume zählt, wie man kann. Im Winter verengt sich dieselbe Route zu einem Korridor der Vorsicht: Reifen für die Kälte, Motoren, die etwas länger laufen, Tee, der eingeschenkt wird, bevor jemand sagt, weshalb er gekommen ist. Der Name der Stadt eilt ihr voraus, oft als Warnung überbracht – kalt, kälter, am kältesten – doch die Wirklichkeit von Drass […]
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In Ladakh kann jeder notwendige Gang zu einer Pilgerreise werden Von Sidonie Morel Die ersten Schritte sind noch nicht spirituell Eine Tür, eine Schwelle, eine kleine Erledigung, die sich in Entfernung verwandelt In Ladakh beginnt der Tag oft mit etwas Gewöhnlichem: einem Kessel, der gefüllt werden muss, einer Streichholzschachtel, die verschwunden ist, einer Nachricht, die zugestellt werden soll, bevor der Wind auffrischt. Das wird nicht als Pilgerreise angekündigt. Niemand bindet sich eine Jakobsmuschel an den Rucksack. Es gibt kein Stempelheft, keinen zeremoniellen Abschied. Und doch tragen die ersten Schritte aus dem Haus eine stille Ernsthaftigkeit in sich, weil ein kurzer Weg hier selten kurz ist, so wie er es anderswo […]